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Europäische Weihnachtsbräuche im Detail

Europäische Weihnachtsbräuche im Detail
Andere Länder, andere Sitten - wer kennt ihn nicht, diesen Spruch!
Gerade in der Vorweihnachtszeit wird deutlich, wie jedes Land seine eigenen Rituale pflegt und bewahrt.
Ein Blick über den "Gartenzaun" hilft uns, die Nachbarn besser kennenzulernen.

Belgien: „Sinterklaas“ und der „zwarte Piet“
In Belgien beginnen die Weihnachtsfeierlichkeiten schon mit dem Tag des „Sinterklaas“. In der Nacht des 5. Dezembers reitet „Sinterklaas“, begleitet von seinem Helfer, dem „zwarten Piet”, mit Geschenken von Haus zu Haus. Die Kinder stellen ihre Stiefel am Kamin auf und hinterlassen Heu und Zucker für Sinterklaas’ Pferd. Sinterklaas ist ein Heiliger, dessen Name oft mit Weihnachten und der Adventszeit in Verbindung gebracht wird, er darf aber nicht mit dem Weihnachtsmann verwechselt werden.
Weihnachten selbst wird in Belgien mit Krippenspielen, Prozessionen und Weihnachtsmärkten gefeiert. Die eigentlichen Weihnachtstage verbringen die Menschen in Belgien im Kreise ihrer Familie. Festliche Dekorationen, etwa ein prächtig geschmückter Weihnachtsbaum, funkelnde Kerzen und ein natürlicher Blickfang aus dem klassischen, rot blühenden Weihnachtsstern sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen.

Dänemark: Kranz und Kalenderkerze
In der Adventszeit wird in Dänemark traditionell eine Vielzahl an Dekorationen in Eigenarbeit gefertigt, um Haus und Heim zu schmücken. Den Adventskranz fertigen die meisten dänischen Familien selbst. Neben Zweigen und leuchtendem Weihnachtsdekor zählen mittlerweile auch kleine rote oder cremefarbene Weihnachtssterne zum klassischen Kranzschmuck.
Neben dem Adventskranz gehört für dänische Kinder vor allem die Kalenderkerze zur Adventszeit. Die Kerze ist durch Zahlen oder horizontale Linien unterteilt; man lässt sie jeden Tag bis zur jeweiligen Markierung abbrennen.
Ein Begleitumstand der Adventszeit in Dänemark sind die „Julenisser”, kleine Kobolde, die Erwachsenen wie Kindern in der ganzen Zeit bis Weihnachten lustige Streiche spielen und so die Wartezeit verkürzen.
Heiligabend wird mit einem traditionellen Mahl im Familienkreis gefeiert. Im dänischen Weihnachtsdessert wird eine ganze Mandel versteckt: Ihr glücklicher Finder erhält das so genannte „Mandelgeschenk“. Vor dem Öffnen der Weihnachtsgeschenke nehmen sich die Dänen gegenseitig bei den Händen, singen Weihnachtslieder und einige tanzen auch immer noch den traditionellen Ringelreigen um den Weihnachtsbaum.

Deutschland: Der Adventskalender
Für deutsche Familien gehören Weihnachtskekse, Adventskränze und der Adventskalender traditionell zur Vorweihnachtszeit. Die 24 durchnummerierten Türchen oder Päckchen des Adventskalenders verkürzen vor allem den Kindern die lange Wartezeit bis Weihnachten. Jeden Morgen wartet hinter einem Kalendertürchen eine kleine Überraschung, oft sogar eines der liebevoll verpackten Geschenke, bis an Heiligabend und den folgenden Weihnachtstagen der festliche Höhepunkt erreicht ist.
Oft ist der Adventskalender liebevoll gestaltet und wird Teil der adventlichen Dekoration. Eine ganz neue Variante: ein herrlich leuchtend roter Strauch aus mehreren dichten Weihnachtssternen, dessen Übertopf mit kleinen Geschenken behängt wird. Diese kreative moderne Version des Adventskalenders ist in der gesamten Vorweihnachtszeit ein dekorativer Blickfang.

England: Weihnachtspudding und Mistelzweige
Das englische Weihnachtsfest wird am 25. Dezember gefeiert. Traditionell werden am Heiligabend Weihnachtsstrümpfe am Kamin aufgehängt, damit diese vom Weihnachtsmann gefüllt werden können, wenn er nachts mit seinem Rentierschlitten über die Häuserdächer fliegt und Geschenke den Schornstein hinunterbringt.
Traditionsgemäß werden englische Heime vor der Ankunft des Weihnachtsmannes mit festlichen Dekorationen geschmückt. Zum typischen Schmuck zählen leuchtend rote Weihnachtssterne, die rund um den Kamin platziert wunderbar aussehen, sowie Mistelzweige, die an der Decke aufgehängt werden. Es ist englischer Brauch, die Person, die unter einem Mistelzweig steht, zu küssen.
Für die Briten sind der Truthahn, Fleischpasteten und Weihnachtspudding unverzichtbarer Bestandteil des Menüs am Weihnachtstag. Auch heute noch versteckt der Küchenchef im Weihnachtspudding eine Silbermünze, die Glück bringen soll. Das Festmahl ist eine lustige, fröhliche Angelegenheit; die Partystimmung wird durch bunte Hütchen und Weihnachtskracher gehoben. Während der zehnminütigen Fernsehansprache Ihrer Majestät der Königin kehrt allerdings kurzfristig Ruhe ein in den britischen Heimen.

Finnland: Handgefertigte Weihnachtsdekorationen
In Finnland ist der 24. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Die Feiern beginnen mittags, wenn entsprechend mittelalterlicher Tradition in Turku, der ehemaligen Hauptstadt Finnlands, feierlich der Weihnachtsfriede ausgerufen wird.
Vor der Festzeit schmücken viele Finnen ihre Häuser mit Weihnachtsdekorationen. Etliche dieser Schöpfungen, häufig sehr kunstvoll gefertigt, werden entsprechend den vielen jahrhundertealten finnischen Traditionen aus Stroh hergestellt. Zudem schaffen Kerzen und jahreszeitliche Zierpflanzen wie die klassischen roten Mini-Weihnachtssterne einen stimmungsvollen Rahmen für die Feierlichkeiten im Familienkreis.
Höhepunkte des Heiligabends sind ein ausgedehntes Weihnachtsmahl, traditionelle Weihnachtslieder und die Geschenke. Üblicherweise ist dieser Tag auch dem Gedenken an die Toten gewidmet. Ein Besuch auf dem Friedhof ist ein fester Bestandteil des Heiligabends. In der Nacht verwandeln sich die schneebedeckten Friedhöfe Finnlands in ein eindrucksvoll funkelndes Kerzenmeer.

Frankreich: Kulinarische Weihnachten
Weihnachten ist in Frankreich der Höhepunkt des Jahres. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern spielt die Vorweihnachtszeit hier kaum eine Rolle.
Heiligabend ist für die Franzosen ein normaler Arbeitstag. Doch abends trifft sich die Familie zu einem üppigen Weihnachtsessen. Von entscheidender Bedeutung sind bei den französischen Weihnachtsfeiern die kulinarischen Genüsse. Das traditionelle Festmahl heißt „Réveillon“, ein vollendetes mehrgängiges Festmenü.
Das französische Weihnachtsessen ist auch ein Fest für die Augen. Kleine Weihnachtssterne sind besonders geeignet für stimmungsvolle Tischdekorationen. Die Franzosen bezeichnen die Weihnachtssterne als „Étoiles d’Amour“. Sie nutzen diese beliebte Zimmerpflanze als Zimmerdekoration und beschenken sich damit das ganze Jahr über gegenseitig. Seit einigen Jahren gewinnt der Weihnachtsstern aber auch in Frankreich als Festtagsdekoration immer mehr an Bedeu-tung. So wird er heute auch „Étoile de Noël“ genannt.

Italien: Krippenspiel und Hexentanz
In Italien beginnt die Weihnachtszeit am 8. Dezember und endet mit dem Dreikönigsfest am 6. Januar. Während dieser Zeitspanne sind Häuser, Straßen und Geschäfte üppig geschmückt, und natürlich spielt der Weihnachtsstern hier eine Hauptrolle. Neben Einzelpflanzen werden häufig auch mehrere Weihnachtssterne zum Beispiel zu übermannsgroßen Pyramiden eindrucksvoll arrangiert. Sie sorgen in Eingangshallen großer Hotels oder auch öffentlicher Gebäude für Festtagsstimmung.
Manche Italiener fasten am 23. oder 24. Dezember und feiern dann nach der Christmette mit einem traditionellen Mahl. In einigen Gegenden Italiens dürfen die Kinder ihre Geschenke am 24. nach Mitternacht öffnen, in anderen geschieht das am nächsten Morgen. Am 25. Dezember, nach dem traditionellen Weihnachtsessen, sagen die Kinder üblicherweise vor Familie und Verwandten Gedichte auf und werden dafür mit kleinen Geldgeschenken belohnt.
In der Nacht zum 6. Januar kommt die gute alte Hexe „Befana“. Sie isst Nüsse und Kekse, die ihr die Kinder hingelegt haben, und füllt dafür die Strümpfe der Kinder mit Geschenken: Kohle für die bösen Kinder und Süßigkeiten für diejenigen, die artig waren.
Neben dem Weihnachtsbaum ist vor allem die Krippe ein wichtiges Sinnbild der italienischen Weihnacht. Sie erinnert an Franz von Assisi, der als Erster die Weihnachtsgeschichte mit Figuren darstellte. Die Figürchen werden bis auf das Christuskind ab dem 8. Dezember in die Krippe gestellt, das Neugeborene wird erst am 24. Dezember nach Mitternacht hineingelegt.

Griechenland: Das Weihnachtsboot
In Griechenland stellt Weihnachten eines der wichtigsten Kirchenereignisse dar. In der Zeit zwischen Heiligabend und dem Dreikönigsfest am 6. Januar wünscht man sich gegenseitig „Kales Giortes“, glückliche Festtage. Im ganzen Land ziehen die Kinder von Tür zu Tür und singen die „Kalanda“, die „Freude und Glück bringenden Lobgesänge”. Und noch heute werden in ländlichen Gebieten zwölf Nächte lang Weihnachtsfeuer zum Schutz vor Kobolden entzündet.
Neben oder statt Weihnachtsbäumen werden Miniaturboote geschmückt. Dieser Brauch spiegelt die außergewöhnliche Stellung des antiken Athen als Seemacht wider. Um die Weihnachtszeit „segeln“ in Griechenland mit Lichtern geschmückte Segelschiffe durch festlich hergerichtete Zimmer. Großzügig mit klassisch roten oder auch cremefarbenen Weihnachtssternen geschmückte Fenster und Kaminsimse sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Griechische Kinder müssen bis zum Neujahrstag auf ihre Geschenke warten: In der Nacht zum 1. Januar legt der Heilige Vassilius sie vor ihr Bett. Zu Neujahr serviert man in Griechenland einen Kuchen mit eingebackener Goldmünze. Dem Finder soll sie ein Jahr lang Glück bringen. Am Dreikönigstag wird in Griechenland die Taufe Christi gefeiert. In vielen Regionen wird bei diesem Anlass das Trinkwasser gesegnet.

Niederlande: Geschenke von „Sinterklaas“
Die Adventszeit beginnt in den Niederlanden ähnlich wie in Belgien mit einer Tradition, die ursprünglich nichts mit Weihnachten zu tun hat: Der Festtag des Heiligen Nikolaus wird als einer der Höhepunkte der Weihnachtszeit gefeiert. Der Legende zufolge trifft der Heilige Nikolaus, „Sinterklaas” genannt, im November, drei Wochen vor seinem Geburtstag, in den Niederlanden ein. In seinem mit Geschenken voll beladenen Schiff besucht er als Schutzheiliger der Seeleute die Häfen des Landes und wird von Königin Beatrix und einer großen Menschenmenge begüßt. In den folgenden Nächten reitet Sinterklaas, begleitet vom „zwarten Piet“, durch das ganze Land. An seinen Geschenken erfreuen sich die Kinder in den Niederlanden am 5. Dezember.
Nachdem Sinterklaas das Land verlassen hat, werden überall die Weihnachtsbäume geschmückt. Blühende Winterpflanzen wie der leuchtende Weihnachtsstern gehören zu den traditionellen Weihnachtsdekorationen und sind auch beliebte Geschenke. Mit Weihnachtssternen, die in glänzenden Gefäßen oder Vasen gestellt werden und mit funkelnden Kerzen und glitzerndem Weihnachtsschmuck umgeben werden, lassen sich ohne große Mühe dekorative Blickfänge herrichten.

Norwegen: Weihnachtszwerg und „Julbrod“
Das skandinavische „Jul“ (Weihnachten) hat seine Ursprünge in alten Mittwinter- und Erntebräuchen. Der „Julenissen“, der norwegische „Weihnachtsgnom“, bringt begleitet von seinen Helfern Geschenke und Glück für Haus und Hof. In der Nacht auf den Weihnachtstag stellen die norwegischen Kinder dem „Julenissen“ Schüsseln mit Haferschleim auf die Fensterbänke. Schließlich kommt er mit seinem Rentierschlitten den ganzen Weg von Lappland, um alle Kinder in Norwegen zu besuchen.
Das weihnachtliche Festessen wird als „Julbrod“ bezeichnet. Früher wurden Freunden, Verwandten und Familienangehörigen zu diesem Anlass bis zu 60 verschiedene Speisen serviert. Ein wichtiges Element dieses Mahls ist bis auf den heutigen Tag der Haferbrei, in dem eine Mandel versteckt ist. Demjenigen, der sie findet, wird im neuen Jahr eine Heirat prophezeit.
Die Norweger schmücken ihre Häuser gerne mit überwiegend natürlichen Materialien. So findet beispielsweise der auch in Norwegen zur Adventszeit sehr beliebte Weihnachtsstern in einer rustikalen Holzkiste zusammen mit Zweigen, getrocknetem Moos und Rindenstücken ein schmuckes Zuhause.

Österreich: „Stille Nacht, heilige Nacht“
Weihnachten in Österreich unterscheidet sich kaum von den hiesigen Bräuchen. Das klassische Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, das weltweit in viele Sprachen übersetzt worden ist, wurde allerdings erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts in Österreich gesungen.
In Österreich beginnt der Advent wie in den meisten anderen Ländern mit dem ersten Adventssonntag, dem ersten Sonntag nach dem 26. November. Bis zum 24. Dezember wird an jedem Adventssonntag eine zusätzliche Kerze des Adventskranzes angezündet.
Im Adventskranz verbindet sich die Symbolik der Kerze und des Kranzes zum Ausdruck vom Sieg des Lichtes und der Hoffnung. Der erste Kranz mit vier Kerzen tauchte Anfang des 20. Jahrhunderts in einer katholischen Kirche in Köln auf. Kurze Zeit später wurden die ersten häuslichen Adventskränze kirchlich geweiht. Die vier Adventwochen symbolisieren die 4.000 Jahre, die die Christen nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste.
Wie bei uns werden auch in Österreich die Adventskränze alljährlich in bunten Variationen neu hergestellt – man flicht sie entweder zu Hause selbst oder erwirbt sie in Blumenläden. Das Spektrum reicht vom traditionellen runden Kranz mit dunkelgrünen Tannenzweigen, geschmückt mit roten Schleifen und klassischen roten Kerzen, bis zu modernen Versionen mit farbenprächtigen Weihnachtssternen, deren Zweige in Steckschwämmen oder Röhren arrangiert werden. Direkt nach dem Schneiden werden die Weihnachtssterne an der Schnittstelle versiegelt, indem sie kurz über eine Kerze gehalten werden, um sie länger haltbar zu machen.

Polen: Weihnachtsoblaten und unerwartete Gäste
Der Advent ist in Polen traditionell eine sehr wichtige Zeit, in der viele Erwachsene und Kinder bewusst auf kleinere Genüsse (hauptsächlich Süßigkeiten) verzichten und nach Frieden und Harmonie trachten.
Häuser und Zimmer werden liebevoll mit Weihnachtsdekorationen geschmückt. Dabei werden sehr oft rote oder cremefarbene Weihnachtssterne für den traditionellen polnischen Weihnachtsschmuck verwendet, häufig in Gebinden mit Tannenzweigen und Stroh in Reisigkörben.
Heiligabend gilt als wichtigster Tag der polnischen Weihnacht. Nachdem sie den ganzen Tag gefastet haben, versammeln sich sämtliche Generationen der Familie am äußerst elegant gedeckten Tisch. Eine weiße Tischdecke ist absolut unverzichtbar. Sie beginnen damit, dass sie, als Geste der Liebe und Versöhnung, die Weihnachtsoblate teilen. Dabei wünschen sie sich aus tiefstem Herzen alles Gute. Sobald der erste Stern am Nachthimmel erscheint, beginnt das weihnachtliche Festessen. Es wird dabei stets ein zusätzliches Gedeck für einen unerwarteten Gast aufgelegt. Die Geschenke werden unter den festlich geschmückten Weihnachtsbaum gelegt und üblicherweise vom jüngsten Familienmitglied verteilt. Im Gegensatz zur angelsächsischen Tradition bleibt verborgen, von wem die Geschenke stammen.

Schweden: Die Heilige Lucia
In Schweden dauert die Weihnachtszeit, entsprechend einem Erlass König Knuts aus dem 11. Jahrhundert, vom 25. Dezember bis zum 13. Januar.
Heiligabend ist traditionell ein Tag für die Familie. Die Feierlichkeiten beginnen bei Einbruch der Dunkelheit am frühen Nachmittag. Wie in vielen anderen europäischen Ländern sind die Höhepunkte das gemeinsame Festmahl, die Geschenke und die Verwandtenbesuche.
Am Festtag der Heiligen Lucia am 13. Dezember wird der Heiligen und Märtyrerin Lucia gedacht, die aus Sizilien stammte und die Schweden im 4. Jahrhundert vor einer Hungersnot bewahrt haben soll. An diesem Tag bringen die schwedischen Kinder im Gedenken an die heilige Retterin ihren Eltern Essen ans Bett. Frühmorgens erscheint die älteste Tochter des Hauses, verkleidet als Königin des Lichts Lucia in einem weißen Gewand, mit einem Buchskranz und Kerzen im Haar. Lucia bringt traditionelle Speisen, vor allem Süßigkeiten, die liebevoll zubereitet werden. Ein besonderer Gruß ist ein leuchtend roter Mini-Weihnachtsstern auf dem festlichen Tablett. Im ganzen Land erinnern die Schweden mit zahlreichen Prozessionen, Feiern und Umzügen an die Heilige Lucia.

Schweiz: „Samichlaus“ und der Gabentisch
Die vier Adventswochen werden auch in der Schweiz mit traditionellen Bräuchen gefeiert, etwa dem Adventskranz und Adventskalender Der Heilige Nikolaus oder „Samichlaus“, wie er im deutschsprachigen Teil der Schweiz genannt wird, bringt den Kindern am 6. Dezember Süßigkeiten und Geschenke.
Heiligabend feiern die meisten Schweizer in der Familie. Der festlich geschmückte Baum, ein gemeinsames Mahl, Weihnachtslieder, Geschenke und die Christmette sind traditionell Bestandteil des Festes.
In modernen Haushalten werden Zimmer und Fenster ebenfalls festlich geschmückt. Dabei hat sich der Weihnachtsstern als Symbol der Weihnachtszeit zu einem festen Bestandteil des modernen Festtags-Looks gemausert. Weihnachtssterne eignen sich für jede Inneneinrichtung und jeden Geschmack: zum Beispiel in einem Arrangement mit einzelnen Zweigen von Weihnachtssternen unterschiedlicher Farbe, die zwecks längerer Haltbarkeit über einer Kerzenflamme versiegelt und in Blumensteckmasse gesteckt werden. Ein großer Topf in einer passenden Farbe und mit lose drapierten Kugeln ist auf jedem Gabentisch ein Blickfang.

Spanien: Die Geschenke der Heiligen Könige
Die Weihnachtszeit beginnt in Spanien mit der großen Weihnachtslotterie am 22. Dezember. Für die Spanier ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres, gefolgt vom Neujahrsabend, „Noche Vieja”, und dem 6. Januar, „Día de Reyes”.
Heiligabend, die „Noche Buena“, ist traditionsgemäß ein Abend für die Familie. Die Zimmer werden festlich geschmückt mit Tannenzweigen, cremefarbenen und roten Weihnachtssternen, brennenden Kerzen und Krippenfiguren. Sie sorgen für eine stimmungsvolle Einleitung des festlichen Anlasses fern vom Alltag.
Nach dem Weihnachtsessen, bei dem üblicherweise lokale kulinarische Spezialitäten serviert werden, wird in der Nacht des 24. Dezembers die Christmette gefeiert. In der berühmten Hahnenmesse, „Misa del Gallo”, wird des Hahns gedacht, der der Legende nach als Erster die Geburt Christi verkündet haben soll.
Höhepunkt und Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten ist der 6. Januar, der Tag des Dreikönigsfestes, an dem spanischem Brauch entsprechend die Heiligen Drei Könige den Kindern Geschenke bringen. Am 5. Januar findet der „Cabalgata de Reyes” statt, eine Prozession, die traditionell mit Flößen auf dem Wasser beginnt. Während dieses großen Umzugs werfen die Heiligen Drei Könige und andere historische Persönlichkleiten Kindern Süßigkeiten zu.

Tschechien: Kirschzweige am Tag der Heiligen Barbara
In der Tschechischen Republik wird am 4. Dezember der Tag der Heiligen Barbara gefeiert, einer Märtyrerin aus der Zeit der Verfolgungen der frühen Christen. Im ganzen Land werden an diesem Feiertag Kirschzweige abgeschnitten und in Wasser gestellt. Blühen sie während der Weihnachtage, bringen sie für das kommende Jahr Glück und verheißen eine Heirat.
Heutzutage verbindet man diesen traditionellen tschechischen Weihnachtsbrauch mit dekorativen Elementen. Die noch nicht blühenden Kirschzweige können zum Beispiel mit Mini-Weihnachtssternen und Weihnachtsschmuck in kleinen Strohkörben arrangiert werden. Hiermit schafft man ein natürliches Weihnachtsgebinde, das traditionelle und moderne Elemente miteinander vereint.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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